Das Theater

Ein bisschen Vorgeschichte:

Die Gründung des Neuen Schauspielhauses Uelzen geht zurück auf den Künstler Reinhardt Schamuhn. Durch sein Wirken als Aktionskünstler („das verrückte Huhn), Galerist, bildender Künstler und Mit-Initiator des Hannoverschen Flohmarktes in den 70er Jahren, wurde er einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Danach begann er den geografisch/künstlerischen Schwerpunkt seines Lebens und seiner Arbeit nach Uelzen zu verlegen.
Dort vermietete ihm eine großzügige Gönnerin für den symbolischen Obolus von einer Deutschen Mark das Gebäude an der Rosenmauer 9 in Uelzen. Die Idee, einen „Kreativen Speicher“ als Museum einzurichten wurde trotz immerwährender Geldknappheit mit zahlreichen Freunden in die Tat umgesetzt; dessen Eröffnung erfolgt am 14.08.1988 im Beisein zahlreicher Pressevertreter, einem Kuratorium und mehr oder weniger prominenten Gästen.
Reinhardt Schamuhns zahlreichen Aktionen (1991: Das „Erste Deutsche Fälschermuseum“, 1991: „Honi-Moon“, 1992: „Schein-Heiligen-Schein“, 1992 „Paris hat jetzt vier Eiffeltürme“ , die „Kulturhochzeit“ und manche andere) hindern ihn nicht daran, ein weiteres, finanziell aufwändiges Projekt in Szene zu setzen, nachdem die dafür erforderlichen Eigentumsregelungen getroffen worden waren. Durch eine namhafte Spende des „Vereins für Soziokultur - Hannover“, die die Stadt Uelzen um weitere 17 500,00 DM ergänzte, war es Schamuhn möglich, das Gebäude an der Rosenmauer umfänglich zu renovieren und ein kleines Theater mit Foyer daraus zu machen. Vieles davon in Eigenleistung unter tätiger Mithilfe seiner zahlreichen Freundinnen und Freunde.

Eingang-neues-schauspielhaus-uelzen1998 fand die feierliche Einweihung dieser bis heute bestehenden außergewöhnlichen kulturellen Einrichtung statt. Sie bietet mit ihren 99 Sitzplätzen dem Publikum Kleinkunst in ihren zahlreichen Schattierungen und Formaten an und veranstaltet inzwischen 40 und 50 Aufführungen im Jahr. Als Reinhardt Schamuhn im Alter von 73 Jahren am 01.07.2013 starb, hinterließ er eine Lücke, die zu schließen fast unmöglich schien. Aber: Der „Verein zur Förderung der Kunst im Kreativen Speicher“, gegründet 1988 und bis 2013 ein Schattendasein führend, entschloss sich, das Theater weiter zu betreiben und die zunächst fehlenden Mittel über Benefizkonzerte einzuspielen. Das gelang bemerkenswert gut; zahlreiche Künstlerinnen und Künstler, die dem Hause verbunden waren, erklärten sich bereit, für diesen guten Zweck aufzutreten und halfen damit maßgeblich, die finanzielle Grundlage des Theaters zu sichern.

Das Neue Schauspielhaus Uelzen trat im Laufe der Zeit aus dem Schatten anderer Kulturpräsentierenden in und um Uelzen herum heraus und wurde zu einer festen Größe im kulturellen Leben der Region. Es bildete sich ein fester Stamm von Künstlerinnen und Künstlern, die es sich nicht nehmen ließen, immer wieder im Neuen Schauspielhaus aufzutreten; ebenso konnte sich das Theater auf ein Stammpublikum verlassen, das ihm bis heute die Treue hält und stetig wächst.

Mit der erfolgreichen Gestaltung der Spielzeiten 2013, 2014 und 2015 gelang den Verantwortlichen des Vereins die künstlerische und insbesondere die finanzielle Konsolidierung und damit die Sicherung der Existenz des Neuen Schauspielhauses Uelzen. Es ist für viele Kleinkunstformate geeignet. Theater, Musik, Kabarett, Comedy, Pantomime, Zauberei, Lesungen – alles findet in der charmanten „Location" seinen Platz, ebenso wie bis zu 95 Menschen, die sich diese kulturellen Schmuckstücke nicht entgehen lassen.

Bei nicht wenigen namhaften Künstlern genießen das Haus Kultstatus, „SchwarzBlond", „Bidlabuh" z. B. gehören zu den Gästen, die es sich nicht nehmen lassen, Jahr für Jahr ihre Programme bei uns zu präsentieren.

In den letzten Wochen und Monaten hat sich auch in Uelzen eine sogenannte Kulturtafel etabliert. Das Neue Schauspielhaus ist Ideengeber; die Woltersburger Mühle hat maßgeblichen Anteil an der Realisierung dieses Projektes; das dafür notwendige Internet-Portal ist eine Spende der Firma initia-medien und Verlag, Uelzen. Mittlerweile arbeiten viele Menschen, Veranstalter und Institutionen an der Kulturtafel mit; der offizielle Start ist der 01.02.2016.
Die Kulturtafel will Menschen, die wenig Geld haben, den Zugang zu Kunst und Kultur erleichtern. Kunst- und Kulturanbieter, die kostenlos Karten zur Verfügung stellen, werden mit Hilfsorganisationen zusammengebracht, die mit Menschen, die über wenig Geld verfügen, zu tun haben.

Wie die Kulturtafel Uelzen funktioniert ist bestens beschrieben auf ihrer Internetseite: www.kulturtafel-uelzen.de.

Ob Publikum oder Künstler: Sie sind herzlich eingeladen!